„Wir sind nicht nur Teil der Natur, sondern sie ist Teil von uns. Um uns ganz selbst zu verstehen, müssen wir uns selbst in anderen Lebewesen wiedererkennen.“
Andreas Weber: Alles fühlt



Entlang der Wanderung kommt es beinahe täglich zu Begegnungen mit Tieren. Oft bemerken die Tiere zuerst, dass da ein Mensch in ihrer Nähe auftaucht und reagieren hierauf. Manche Tiere verharren in ihrer Position, manche laufen weg und wieder andere kommen nahe oder geben Töne von sich, etwa Schafe und Ziegen. Auf diese Reaktion der Tiere reagiert wiederum der wandernde Mensch – es ist ein gegenseitiges Voneinander-Notiz-nehmen.
Die Tiere als eigenständiges und eigensinniges Gegenüber »antworten« aus sich heraus und nicht etwa, weil wandernde Menschen dies „einschalten“ könnten. Solche Momente über eine längere Wanderung hinweg täglich zu erfahren lässt einen spüren, dass man selbst Teil der Natur ist – und man beobachtet bei den Tieren vielleicht sogar Regungen, die man von sich selbst kennt. Früher oder später wird einem klar:
Jenseits des Verstandes gibt es noch eine andere Verbindung zur Natur.
In diesem Sinne kann die Denkweg-Wanderung zu einer Passage werden, von der man anders zurückkehrt als man aufgebrochen ist.



