Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
Julius Cäsar; 100 – 44 v. Chr.
Gehen geht noch heute so einfach wie zu Anbeginn der Menschheit: Aufstehen und dann einen Schritt nach dem andern tun. Siehe da, schon geht man. Von Tag zu Tag ein Stück weiter.

Von Woche zu Woche gelingt es leichter. Ganz aus Dir selbst heraus vergrößerst Du deinen Möglichkeitsraum. Und je weniger Zeug Du mitnimmst, um so einfacher geht es. Damit ist das Weit-Wandern hochaktuell für unsere Zeit: Je weniger wir benötigen, umso freier können wir aus den sich anbietenden Wegen wählen, umso beweglicher sind wir, beim Wandern, als auch im Denken.
Eine Fernwanderung ist gleichwohl „nur“ eine Ausnahme-Zeit. Anschließend kehrt man sehr wahrscheinlich in die selbe Wohnung, die selbe Umgebung, die selbe persönliche Rolle und in die gewohnte Komfort-Zone zurück. Jedoch die unterwegs gewonnenen Erfahrungen und Einsichten bleiben. Und eben dies eröffnet eine Freiheit, die Dir niemand nehmen kann:
Minimierung der Ansprüche ist Optimierung der Freiheit. Reduktion ist Gewinn.
Otl Aicher; 1922 – 91
Im Gehen wird das Prinzip der Reduktion unmittelbar einsichtig und der Zugewinn an Freiheit direkt erlebt. Und schon die alten griechischen Denker philosophierten im Gehen:
Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf.
Sokrates; um 469 v. Chr. – 399 v. Chr.




